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Heizungen – weniger Energie, weniger Kosten, gutes Klima
Geschichte des Monats

„Hans, an diese Werte gehen wir jetzt ran!“

Energieberater Lutz Pasemann vor Ort

Hans Haberjoh (55 Jahre) ist Hausmeister im Bertolt-Brecht-Gymnasium in Brandenburg an der Havel. Mit ihm ist Lutz Pasemann vom Ingenieurbüro Köhler/Hartwig Energiemanagement per Du, obwohl er ihn erst seit Januar 2012 kennt. Das ist nichts besonderes, der Energieberater hat zu allen Hausmeistern ein vertrauensvolles Verhältnis. Er spricht ihre Sprache. Denn es sind die Hausmeister, die am Erfolg oder Mißerfolg des Vorhabens einen großen Anteil haben.

Die Verantwortlichen des bewirtschafteten Eigenbetriebes Zentrales Gebäude- und Liegenschaftsmanagement (GLM)  der Stadt Brandenburg an der Havel haben seit Januar das Ingenieurbüro unter Vertrag. Sie haben drei große Schulen, darunter das Bertolt-Brecht-Gymnasium, in die Obhut von Lutz Pasemann gelegt, genauer gesagt, die Heizungsanlagen. Nach einem Jahr erwarten sie, dass weniger Fernwärme verbraucht wird. Die Kosten steigen und steigen, das will die Stadt nicht mehr einfach hinnehmen. Und schließlich hat das Ingenieurbüro versprochen, am Ende des Jahres wird Brandenburg für Fernwärme weniger Geld ausgeben, ohne dass ein Euro zusätzlich investiert wird.

Lutz Pasemann ist an diesem eisigen Dienstagmorgen von seinem anhaltinischen Heimatdorf nach Brandenburg an der Havel gefahren. Hans Haberjoh empfängt ihn mit einem Lächeln und einem Kaffee. Auf dem Tisch in seinem schmalen Hausmeisterraum liegen vier kleine weiße Messgeräte. Hans Haberjoh hat sie an diesem Morgen aus den Klassenräumen und der Turnhalle geholt, wo sie in den vergangenen Tagen Viertelstunde für Viertelstunde die Temperaturen aufgezeichnet haben. „Das sind unsere Tamagotchis“, meint Lutz Pasemann mit einem verschmitzten Lächeln. Er schließt sie an seinen Laptop an, der liest die Werte in wenigen Minuten aus und wirft eine Kurve auf den Bildschirm. In der Turnhalle waren trotz Ferien und seltener Nutzung durchgängig zu hohe Innentemperaturen.

„Hans, an diese Werte gehen wir jetzt ran!“ sagt Lutz Pasemann. Die moderne Heizungsanlage lässt eine kleinteilige Steuerung zu: Sie senkt die Temperatur nachts ab und schafft es trotzdem, genügend Wärme für die erste Sportstunde zu liefern. Lutz Pasemann kann sie taggenau, ja stundengenau einstellen. Er beherrscht an die 60 verschiedene Heizungsregelungen von einem Dutzend Herstellern. Denn wenn abends die Turnhalle noch von Sportvereinen genutzt wird, darf es nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm sein. Auch in den Ferien muss die Heizung nicht durchfeuern. Der Hausmeister kennt die Belegung und bespricht mit Lutz Pasemann, wann welche Temperatur eingestellt werden sollte.

Ganz praktisch geschieht das an der Heizung in der Turnhalle. Mit Hans Haberjoh steht er vor dem Regelungskasten: „In der Nacht reichen 15 Grad“, sagt der Hausmeister. Lutz Pasemann zeigt ihm, an welchem Knopf er drehen muss. Er beantwortet alle Fragen von Hans Haberjoh geduldig und mit Respekt vor dem Hausmeister, der seit wenigen Wochen mutig mit seiner Unterstützung den besseren und wirtschaftlicheren Umgang mit der vorhandenen Technik erlernen will. Das ist jetzt die Aufgabe von Lutz Pasemann.

Im Bertolt-Brecht-Gymnasium gibt es übrigens drei Heizungsanlagen, alle haben einen anderen Hersteller und ein eigenes Innenleben. In ein Schulheft notiert Lutz Pasemann, was sie an der Regelung an diesem Tag geändert haben. So kann Hans Haberjoh, aber auch mal eine Urlaubsvertretung, nachschauen, wie die Heizung eingestellt ist.

Als sich Lutz Pasemann nach knapp zwei Stunden mit Handschlag von Hans Haberjoh verabschiedet, machen beide einen zufriedenen Eindruck. Sie haben abgesprochen, wo die Messgeräte hingelegt werden, der Energieberater hat sie konfiguriert. Wegen einer der drei Heizungen wird ein Termin mit den Wartungstechnikern in der kommenden Woche vereinbart, denn die Anlage lässt sich nicht korrekt steuern. „Das macht mich wahnsinnig“, sagt Lutz Pasemann, „wenn ich da nicht rankomme.“ Hausmeister und Energieberater sind ein gutes Team. Sie wissen beide, dass sie etwas Sinnvolles tun.

Am Laptop werden die Meßwerte der vergangenen Tage ausgewertet

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Lutz Pasemann steht mit Hans Haberjoh vor dem Regelungskasten

Ein sehr markantes Heftchen –

hier werden alle Einstellungen dokumentiert

Energie-Kompetenz für Gemeinden, Städte und Landkreise

März 2012